Marit Bauer-Moore

Forschung & Quellen

Das Wichtigste in fünf Minuten: aktuelle Zahlen und Forschung zu Burnout, Führung und Ergebnissen, jeweils in zwei, drei Sätzen zusammengefasst, mit Links zu den Originalen. Aufgenommen sind nur grosse, repräsentative Studien und Metaanalysen. Einige Artikel sind nur mit Abonnement vollständig lesbar.

Burnout heute: die Zahlen

Gallup, State of the Global Workplace (2026)
Nur jede fünfte Person weltweit ist bei der Arbeit engagiert, in Europa nur jede achte (12 %). Geringes Engagement kostet die Weltwirtschaft schätzungsweise 10 Billionen US-Dollar pro Jahr, rund 9 % des globalen BIP.

DAK-Gesundheit, Gesundheitsanalyse (2026)
Auf Basis der Daten von rund 2,2 Millionen versicherten Beschäftigten in Deutschland: Im ersten Halbjahr 2026 waren psychische Erkrankungen erstmals die häufigste Ursache für Fehltage.

Mental Health UK, Burnout Report (2026)
In einer repräsentativen Umfrage fehlte jede fünfte erwerbstätige Person in Grossbritannien im letzten Jahr wegen stressbedingter psychischer Belastung. Nur etwa jede vierte erlebt, dass ihr Arbeitgeber psychische Gesundheit wirklich ernst nimmt.

Gesundheitsförderung Schweiz, Job-Stress-Index (2022)
Rund drei von zehn Erwerbstätigen in der Schweiz sind emotional erschöpft, und mehr als ein Viertel hat mehr Belastungen als Ressourcen. Weniger arbeitsbedingter Stress könnte der Schweizer Wirtschaft jährlich mehrere Milliarden Franken sparen.

Was den Unterschied macht

Gallup, Managers and team productivity (2026)
70 % des Unterschieds im Engagement eines Teams gehen auf die Führungskraft zurück. Führungskräfte, die ein Entwicklungsprogramm durchlaufen hatten, verzeichneten in ihren Teams 21–28 % weniger Fluktuation.

Gallup, Q12-Metaanalyse (2024)
Eine Studie mit über 3,3 Millionen Mitarbeitenden in 90 Ländern: Verglichen mit den am wenigsten engagierten Teams erzielen die engagiertesten 23 % höhere Rentabilität, 78 % weniger Fehlzeiten, 70 % besseres Wohlbefinden und bis zu 51 % weniger Fluktuation.

Sawhney & McCord, Harvard Business Review (2026)
Eine Metaanalyse von 515 Studien: Unklare Erwartungen schaden vor allem Zufriedenheit und Leistung, widersprüchliche Anforderungen fördern vor allem Burnout und Kündigungen, Überlastung führt vor allem zu emotionalen und körperlichen Symptomen. Gute Lösungen beginnen mit der Frage, welche Belastung überwiegt.

Bae & Woolley, Harvard Business Review (2026)
Forschung mit über 4300 Führungskräften und Mitarbeitenden: Wenn unerwartete Zusatzarbeit immer wieder bei den Engagiertesten landet, schwindet genau der Nutzen, den Organisationen aus Engagement ziehen.

Emotionale Intelligenz und Burnout

Metaanalytische Forschung zu emotionaler Intelligenz und Burnout
Studien aus vielen Berufen zeigen übereinstimmend: Höhere emotionale Intelligenz geht mit weniger Burnout einher.

Mattingly & Kraiger, Human Resource Management Review (2019)
Eine Metaanalyse von 58 Studien zeigt, dass Training die emotionale Intelligenz mit einem moderaten, beständigen Effekt verbessert.

Meine eigene Forschung

Bauer-Moore, Burnout in International Organisations (2025)
Eine Befragung von 259 Fachleuten zwischen 30 und 65 Jahren in internationalen Organisationen in der Schweiz, darunter UN-Organisationen und globale Gesundheitsorganisationen. Selbstmitgefühl war der stärkste Schutzfaktor gegen Burnout; Unterstützung durch Vorgesetzte und psychologische Sicherheit sagten weniger, Einsamkeit mehr Burnout voraus. Ob remote, hybrid oder im Büro gearbeitet wurde, machte keinen signifikanten Unterschied, und Frauen berichteten signifikant mehr Burnout als Männer.

15Bis, Avenue Viollier · 1260 Nyon, zwischen Genf und Lausanne · Schweiz · Karte

Themen: Burnout-Coaching · Paartherapie · Psychologin in Nyon

© 2026 Marit Bauer-Moore · Powered by Global Techie · Datenschutz · Impressum · English